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Quartierspark und Spielplatz im Neubaugebiet Hainweg sind fertig

Prof. Elke Pahl-Weber leitet im Institut für Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin das Fachgebiet Bestandsentwicklung und arbeitet in Forschung und Lehre für zahlreiche in- und ausländische Institutionen zum Thema „Smart City“. Sie wird in ihrem Vor

Im Spätsommer letzten Jahres starteten die Bauarbeiten für den „Hainpark“ und die beiden Grünzüge im Neubaugebiet Hainweg in Wiesbaden-Nordenstadt. Nach ca. 1 Jahr Bauzeit übergibt die Landeshauptstadt Wiesbaden die von der Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH (SEG) hergestellten Grünflächen an die Öffentlichkeit.

Der Quartierspark soll als Ort der Begegnung das Herz des Neubaugebiets „Hainweg“ bilden. Die attraktiv gestalteten Freianlagen laden künftig die Gebietsnachbarschaft sowie die Neu-Bürgerinnen und -Bürger als Treffpunkt und zur Erholung ein und bieten den Jüngsten Platz zum Spielen und Toben.

Die Planung von Bierbaum.Aichele Landschaftsarchitekten hat sowohl ruhige Aufenthaltsbereiche als auch einen hochwertigen Spielplatz vorgesehen. Ergänzt wird die Parkanlage durch zwei Quartiersplätze im Norden und Süden des Parks.

Als Reminiszenz an den Ursprung des Gebietes sind die Spielelemente im zentralen Spielplatzbereich dem Themenfeld „Landwirtschaft“ zugeordnet. Vom Steuer des großen Holz-Mähdreschers aus hat man Ausblick auf das „Ährenfeld“. Dort entwickelt sich zischen gelben „Ähren“ und grünen „Grashalmen“ eine geräumige Kletterlandschaft. „Heuballen“ dienen als Spielhütten, „Transportkisten“ untergliedern den Sandspielbereich für die kleineren Kinder. Schaukeln und eine ca. 25 m lange Seilbahn bringen „Schwung“ in die Spielmöglichkeiten.

Die Spielgeräte des Herstellers merry go round aus Teltow bei Berlin bestehen aus FSC-zertifiziertem, langlebigem Douglasien- und Robinieneinholz. Die Geräte sind mit Stahlpfostenschuhen im Untergrund verankert, was nicht nur der Standsicherheit der Geräte dient, sondern auch die Langlebigkeit erhöht.

An den Spielbereich schließen sich Wiesenflächen mit lockerem Baumbestand an. Hier kann man genauso gut Ball- oder Fangen spielen wie einfach auf der Wiese sitzen und das Grün genießen.

Der Landschaftspark liegt merklich tiefer als die angrenzende Haupterschließungsstraße des Neubaugebiets.
Die Höhenlage ergibt sich aus der zweiten Aufgaben des Parks: Südlich des Spielplatzes sind drei Regenrückhaltemulden angeordnet, die bei Starkregen das Wasser aus den höher gelegenen Straßenzügen aufnehmen und für wenige Stunden flach überstaut werden. Diese temporäre Regenwasserrückhaltung veranschaulicht den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser im gesamten Neubaugebiet. Auch auf den privaten Baugrundstücken im Quartier werden die Niederschläge jeweils gesammelt und können zur Bewässerung der Gärten oder als Brauchwasser dienen.

Der Höhenunterschied zur Straße wird mit einer mit Kalksandstein verkleideten, ca. 230 m langen Stützmauer aufgefangen. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die privaten Gärten der Wohngebäude am „Kiebitzweg“ mit einer gestalterisch identischen Mauer eingefasst. Der Park wird so zu einem großzügigen grünen Zimmer. An der Nord- und Südseite wird der Höhenunterschied jeweils durch Sitzstufen ausgeglichen die zusätzlich zu den Bänken im Park Sitzmöglichkeiten schaffen.

Gerahmt wird das grüne Rückgrat durch einen kleineren baumbestandenen Platz im Süden und den teilweise gepflasterten teilweise ebenfalls baumbestandenen Quartiersplatz im Norden (Standort der Feier zur Park- und Spielplatz-Eröffnung).
Hergestellt wurden beide Quartiersplätze durch die SEG. Der nördliche Platz wird zukünftig eine doppelte Funktion haben: Als Quartiersplatz für die Allgemeinheit und als Platz zum Seniorenzentrum des DRK, dem der fertig gestellte Platz übergeben wird. In die Erdgeschosszone des Seniorenzentrums sollen auch eine eigenständige Gastronomie und Kleinläden einziehen. Auch die Hauptbushaltestelle für das Neubaugebiet ist unmittelbar am Quartiersplatz vorgesehen. Damit werden zentrale Nutzungen des Neubaugebiets am Quartiersplatz gebündelt, der so „Leben“ erhalten wird.

Zwar ein Baufeld weiter, aber ganz sicher ebenfalls lebendig ist nördlich des geplanten Seniorenzentrums ein Kindergarten im Bau (Baustelle ist vom Quartiersplatz aus gut sichtbar). Die SEG wurde hier seitens der Stadt mit der Errichtung des Kindergartens betraut. Betreiber wird auch hier das DRK sein. Im Süden wird das grüne Band durch einen weiteren Kindergarten mit darüber liegenden geförderten Wohnungen begrenzt. Gebäude und Grundstück sind im Eigentum der SEG.

Der Park wird passend dazu allen Altersgruppen von den ganz Jungen bis hin zu den älteren Senioren Raum bieten.

Vervollständigt werden die Grünanlagen innerhalb des Neubaugebietes durch weitere kleinere Grünzüge, die an die Eichelhäherstraße bzw. den Habichtweg in Nordenstadt anschließen und nicht nur neue und alte Ortslage miteinander verbinden, sondern auch neue Spazier- und Radwege in die freie Landschaft jenseits des Neubaugebiets für alle Nordenstädter aufnehmen. Die autofreien Wege ergänzen das Straßennetz im Gebiet stellen direkte und kurze Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer her.

Weitere Aufenthalts- und Aktiv-Punkte (z.B. Surfsimulator, Balanceübungen) ergänzen das grüne Wegenetz. Besonders ins Auge fallen dabei die großen Hollywoodschaukeln am Übergang der Grünzüge in die freie Landschaft.

Alle Grünzüge wirken darüber hinaus als wichtige Ventilationsachsen für die Durchlüftung des Neubaugebiets und der bestehenden Ortslage.

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